IMG_0397 Beppo

Beppo ist mein Co-Prediger seit 2015

Beppo:       „Wir feiern Pfingsten, weil es da anpfing.“
Martin:       „Aber Beppo, doch nicht „anpfing“.
Beppo:       „Aber du sagst doch Pfing, nicht fing.“

Martin:       „Pfingsten ist ein Wort aus einer fremden Sprache. Hat mit fangen und Gefängnis ebenso wenig zu tun, wie mit anfangen.
Aber eigentlich ist deine Idee nicht schlecht, Beppo. Denn die Geschichte von Pfingsten ist eine Anfangsgeschichte. Pfingsten ist der Geburtstag: Da fing die Kirche an. Ralf Backfisch liest sie aus der Kinderbibel.“

 

Lesung der Pfingstgeschichte (Kinderbibel Regine Schindler) Ralf Backfisch

 

                   Halleluja. Gottes Geist. Fließt und fleußt,
dass er die Herzen mit sich reißt. Halleluja.

 

Statt eines Bekenntnisses: für dich, Heiliger Geist.

 

Eine Schale will ich sein

Empfänglich für Gedanken des Friedens

Eine Schale – für dich, Heiliger Geist.

Leere Hände will ich hinhalten

Offen für die Fülle des Lebens

Leere Hände  – für dich, Heiliger Geist.

Ein Herz will ich öffnen

Bereit für die Kraft der Liebe

Ein Herz  – für dich, Heiliger Geist.

Gute Erde will ich sein

Gelockert für Samen der Gerechtigkeit

Gute Erde  – für dich, Heiliger Geist.

Ein Flussbett will ich sein

Empfänglich für das Wasser der Güte

Ein Flussbett – für dich, Heiliger Geist.

 

Hauptlied: Wo Drachen fliegen, weht der Wind. Du siehst es, und du weißt: Der Wind ist selber un­sichtbar. Man sieht nur, was durch ihn geschah; so wie bei Gottes Geist.

  1. Die Kraft des Windes über dir, sie trägt den Drachen weit. Und Geistes­kraft in dieser Welt, in die Gott seine Kirche stellt: bewegt auch unsre Zeit.
  2. Als Jesu Freunde sich verkrochen / einst hinter Tür uns Wand, ging Windesbrausen durch das Haus. Sie fassten Mut und zogen aus / mit Glauben und Verstand.
  3. Die Pfingstgeschichte wird erzählt / seit damals Jahr um Jahr. Verzagten macht sie neuen Mut, denn Gottes Geist tut ihnen gut. Sie spüren: Es ist Wahr.
  4. Wo Gottes Geist auf Erden weht, da atmen Menschen auf, weil diese unsichtbare Kraft / durch Glaubenstiefe Freiheit schafft / im eignen Lebenslauf.
  5. Wenn gar kein Wind am Himmel weht, dann ruhen Drachen still. Nun warte ab, es kommt die Zeit. Und wenn sie da ist, sei bereit! Der Wind weht, wo er will.

Martin:       Beppos Freunde sind schon groß.

Beppo:       Um Ostern wurden die Lämmer geboren.

Martin:       Jetzt sind sie schon fünfzig Tage alt – fast zwei Monate:
Für Lämmer ist das, als wären sie im Kindergarten.

Beppo:       Quatsch. Lämmer gehen nicht in den Kindergarten.

Martin:       Bleiben sie denn noch bei der Mama?
Fünfzig Tage. Wenn man klein ist, eine lange Zeit.
Wisst ihr, was vor zehn Tagen war?

Beppo:       Na!? Was?

Martin:       Auch ein Feiertag.                   –        Christi Himmelfahrt.

Beppo:       Erst Himmelfahrt, dann Pfingsten. Das musst du mir erklären.

Martin: Beppo, bei wem setzt du dich auf den Schoß?

Fünfzig Tage Feierzeit.
zweimal Ferien – jetzt ist es so weit.
Was ist geschehen? Wir wollen sehen.

Jesus ist nicht mehr im Grab – warum:
Weil er auferstanden ist.
Jesus ist nichtmehr hier – warum:
Weil er bei Gott ist.

Er ist bei Gott, aber nicht so wie unsere Toten,
die auch bei Gott sind. Jesus ist auferstanden.

Du kannst all diese Sätze auf verschieden Weise sagen.

Jesus ist nicht mehr hier.
Jesus ist nicht mehr tot.
Jesus ist bei Gott.

Du kannst das traurig sagen: Jesus ist nicht mehr hier.
Du kannst das freudig sagen: Jesus ist nicht mehr hier.
Du kannst das klug sagen: Jesus ist nicht mehr hier.
Du kannst das geheimnisvoll sagen: Jesus ist nicht mehr hier.

Je nach Stimmung wird ein vollkommen anderer Satz daraus.

Dasselbe geht mit „Jesus ist bei Gott.“
Sagt das mal traurig: „Jesus ist bei Gott.“
Sagt das mal besserwisserisch: „Jesus ist bei Gott.“
Sagt das mal geheimnisvoll, mit einem ‚pst‘: „Jesus ist bei Gott.“

Je nach Stimmung wird derselbe Satz
ein Wort des Todes oder ein Wort des Lebens.
Den Unterschied zwischen Leben und Tod – das feiern wir an Pfingsten.

II

In unserem Kindergarten-Spielgelände
soll es jetzt kleine Fenster geben im Zaun.
Und da kommen bunte scheiben rein.
Je nachdem, durch welche Scheibe du guckst,
wird derselbe Baum dann grün oder grau, gelb oder blau.
Genauso ist es mit dem Heiligen Geist.

Nehmt mal das Bild auf dem Liedblatt unten:
Die Kirche vor wunderschön blauem Himmel:
Das ist unsere Kirche. Da wohnt Gott, „ahhh“.

Und jetzt stell dir vor: Das Foto hätte man an einem Regentag gemacht.
Der Himmel wäre grau, oder sogar dunkelgrün.
Stell dir ein Gewitter vor.
Oder Schnee: Das gibt ein volkkommen anderes Kirchenbild.

Stell dir vor, der Himmel wäre schwarz.
Oder das Bild wäre schwarz–weiss:
Eine andere Stimmung läge darin.
So ist es mit dem Geist.

III

Du kannst sagen: Die Welt ist schön.
Du kannst das sogar sagen, wenn du traurig bist.
Du kannst dich aber auch der Trauer hingeben.
Jesus ist nicht mehr hier.
Wir sind ja so alleine.
Du wirst verzweifeln.

Du kannst sagen: Die Welt ist trotzdem schön.
Du kannst daran zweifeln. Du kannst
an deinem Kummer nagen.
Dass du den Blick veränderst,
dass du aufschaust,
zu hoffen traust:

Das schaffst du nicht.
Da braucht es ein Wunder.
Es braucht diesen guten Geist von Gott.

Zaubern kann man das nicht.
Das muss man erlebt haben.
Und auch da kannst du nur hoffen, dass es wieder geschieht.
Es ist wie mit einem schönen Geburtstagsfest.
Oder wie beim Lagerfeuer im Landschulheim.
Krach am Bach oder das Johanni-Fest:
Es war so schön. Wir wollen das wieder!

Nächstes Jahr, denkst du,
und weißt genau,
du kannst es nicht erzwingen.
Es muss gelingen.
Und du wartest auf ein Wunder.

Die einen sprechen vom Wind,
die andern sprechen von Farben, vom Licht,
wieder andere von Athmosphäre, von Stimmungen,
von Farbe, von Musik, Harmonie.

Irgendein Geheimnis muss es sein.
Die Jünger waren wie verwandelt:
An Pfingsten feiern wir das Wunder.

Hast du das verstanden Beppo?

Dann beten wir.

Gott, dein Atem spendet der ganzen Welt Leben.
Wir freuen uns, wenn nach langem Regen
wieder die Sonne scheint und wenn uns
jemand etwas schenkt.

Gott, du bist wie die Farben des Frühlings,
freundlich, durchsichtig, sanft und weich.
Mach auch unsere Herzen so reich,
dass wir die Freundlichkeit weitergeben.

Dann können wir Luftsprünge machen, Lämmer und Kinder,
dann können wir in die Hände klatschen
und wer sich nicht zu klatschen traut,
erhebt sich im Herzen, innerlich.
Wir danken dir und loben dich. Amen.

Predigtlied: Wind, Wind, der Samen weht. Leis durch die Blätter geht. Wind, der die Sturmflut schafft: Welch eine Kraft!

  1. Wind, der die Mühle dreht, sacht durch die Blumen geht. Wind, der den Sandsturm schafft: Welch eine Kraft!
  2. Wind, der zu Pfingsten weht, durch unsre Herzen geht. Geist, der die Freude schafft: Welch eine Kraft!
  3. Geist, der uns treibt, wie Wind, dass wir nur Boten sind. Geist, der Gemeinde schafft: Welch eine Kraft!
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